Liebe Mitglieder, liebe Gäste,

in Namen des Vorstandes wende ich mich heute an Euch, um die gegenwärtige Sachlage hinsichtlich der völlig unbefriedigenden Platzverhältnisse darzulegen.

 

Der Golfclub hat in Zusammenhang mit der damaligen Vereinsgründung einen 10-jährigen Nutzungsvertrag mit der Betreibergesellschaft Firma Rajole (polnische GmbH), vertreten durch Rasmus und Leif Jensen, geschlossen. Im Rahmen des Nutzungsvertrages hat sich Rajole dazu verpflichtet, dem Verein einen spiel- und turnierfähigen Platz zur Verfügung zu stellen. Im Gegenzug dazu erhält Rajole die Mitgliedsbeiträge. Rajole wiederum leitet nach unseren Kenntnissen sein Recht, das Gelände als Golfplatz zu nutzen, aus unterschiedlichen Langzeitverträgen mit den jeweiligen Eigentümern des Geländes ab. Beispielsweise wurde das Gelände, auf welchem sich die Driving Range befindet, von der polnischen Firma Sosir – hierbei handelt es sich um ein Unternehmen, das auch das Hotel und die Fußballplätze betreibt – an Rajole verpachtet.

 

Wie Ihr wisst, hat die Platzpflege in den vergangenen Jahren gut funktioniert. Rajole kümmerte sich als Betreibergesellschaft um die Platzpflege und erhielt hierfür bereits zum Jahresanfang die von allen Mitgliedern bezahlten Mitgliedsbeiträge. Darüber hinaus konnte Rajole die Erlöse aus den Turnieren und die Greenfees der Gäste vereinnahmen. Der Golfclub hat die Mitgliedsbeiträge an Rajole zu Beginn der Saison im Glauben darauf ausgekehrt, dass Rajole seiner Verpflichtung aus dem Nutzungsvertrag – wie in den vergangenen Jahren  – nachkommt.

 

 

In diesem Jahr hat Rajole nun zunächst den Pachtvertrag über das bebaute Gelände (vor mal Clubhaus) gekündigt mit der Folge, dass die „Rezeption“ und auch der „Clubraum ins Hotel umziehen mussten. Zudem überließ Rajole nunmehr die Platzpflege aufgrund einer uns im Einzelnen nicht genau bekannten vertraglichen Vereinbarung wohl in der Zeit von Mai bis Ende Juli der polnischen Firma Sosir. Unabhängig davon bleibt die aus dem Nutzungsvertrag resultierende Verpflichtung von Rajole bestehen, dem Golfclub einen spiel- und turnierfähigen Platz zur Verfügung zu stellen. Es ist jedoch Sache von Rajole darüber zu entscheiden, wie Rajole ihrer Verpflichtung aus dem Nutzungsvertrag nachkommt. Dabei kann Rajole sich durchaus Dritter bedienen, bleibt jedoch gegenüber dem Golfverein zu Leistungen aus dem Nutzungsvertrag verpflichtet.

 

Eine Platzpflege war zunächst nicht möglich, da die von Rajole ihrem Vertragspartner Sosir zur Verfügung gestellten Maschinen und Anlagen zum Teil defekt waren. Der Golfclub hat in zahlreichen Gesprächen mit den Vertretern von Sosir versucht, Lösungen zu finden und schließlich auch auf eigene Kosten die Reparatur verschiedener Maschinen – insbesondere von Pumpen und Mähmessern – veranlasst, um zu gewährleisten, dass eine ordnungsgemäße Platzpflege erfolgen kann.

Gerade als dies endlich möglich erschien, hat Leif Jensen am 4. August in den frühen Morgenstunden Teile der Mähmaschinen abmontiert und, als einer der Greenkeeper ihn dabei bemerkte, unmittelbar mit diesen Teilen das Gelände verlassen. Dadurch konnte ein Großteil der Mähmaschinen nicht mehr eingesetzt werden. Im Ergebnis ist seither eine Platzpflege nicht mehr möglich. Weder Leif noch Rasmus haben die Teile bisher zurückgebracht oder dies veranlasst.

 

Der Vorstand und einige Mitglieder haben sich u.a. darum bemüht, Ersatzgeräte zu beschaffen, leider ohne Erfolg. Der Neukauf der Geräte würde den finanziellen Rahmen unseres Vereins sprengen.

 

Unabhängig davon haben wir uns bemüht, mit Rajole eine Vereinbarung zu finden und insbesondere zu erreichen, dass die von Leif Jensen abmontierten Teile zurückgebracht werden, damit die Platzpflege fortgeführt werden kann. Daneben gab es etliche Gespräche mit Vertretern der Sosir, um eine einvernehmliche und vor allem den Interessen unserer Vereinsmitglieder gerecht werdende Lösung zu finden.

 

Am 7. und am 8. September trafen sich Vertreter des Vorstandes sowie Leif Jensen und dessen Berater Jochen Kramer für Rajole zu persönlichen Gesprächen in Frankfurt (Oder) in der Hoffnung, dass die fehlenden Teile unverzüglich zurückgebracht und ab dem 10. September 2012 die Arbeiten auf dem Platz wieder aufgenommen werden. Leider brachten diese Gespräche keinen Erfolg. Es konnte zu diesem Zeitpunkt weder mit Rajole noch mit Sosir eine für alle Seiten akzeptable Vereinbarung getroffen werden. Leif Rasmus war nicht bereit, die Anlagenteile heraus zu geben, wodurch die Platzpflege letztendlich vereitelt wurde. Dabei ist zu erwähnen, dass sich der Verein notfalls auf eigene Kosten um die Platzpflege gekümmert hätte.

 

Unabhängig vom Ausgang der Rechtsstreitigkeiten zwischen Sosir und Rajole bleibt Rajole nach wie vor aus dem Nutzungsvertrag verpflichtet, einen spiel- und turnierfähigen Platz zur Verfügung zu stellen zumal Rajole die Mitgliedsbeiträge bereits zu Beginn der Saison in voller Höhe abkassiert hat. Nachdem jedoch mehrfache Bemühungen, Rajole zur Platzpflege zu bewegen, gescheitert sind, haben wir vor dem Landgericht Frankfurt (Oder) gegen Rajole eine einstweiligen Verfügung erwirkt, wonach Rajole unter Androhung von Ordnungsgeld und Ordnungshaft verpflichtet ist, den Platz umgehend wieder in Ordnung zu bringen. Obwohl Rajole Kenntnis über die einstweilige Verfügung des Landgerichts Frankfurt (Oder) hat, wurde die Platzpflege nicht aufgenommen. Ebenso wenig wurden die für die Platzpflege erforderlichen Anlagenteile an uns oder Sosir herausgegeben. Der Golfclub ist daher berechtigt, aus dem Beschluss des Landgerichts Frankfurt (Oder) gegen Rajole die Zwangsvollstreckung zu betreiben. Wir lassen nun verschiedene sich daraus ergebende juristische Möglichkeiten für den Golfclub prüfen, z. B. Verhängung eines Ordnungsgeldes, Ersatzvornahme mit der anschließenden Geltendmachung von Schadensersatz. Allerdings bleibt einfach offen, ob sich Rajole der Zwangsvollstreckung beugt und ihrer Pflicht zur Platzpflege nachkommt oder wenigstens die für die Platzpflege erforderlichen Maschinenteile herausgibt.

 

Wir haben Rajole zunächst aufgefordert, die montierten Teile wieder herauszugeben, um sofort mit der Platzpflege – auch auf eigene Kosten – zu beginnen. Wie bereits dargelegt, scheinen Rasmus und Leif weit weg von unseren Schwierigkeiten vor Ort und haben die abmontierten Teile bislang leider nicht zurückgebracht.  

 

Wir versichern jedoch, dass wir nach wie vor mit Nachdruck bemüht sind, eine schnelle Lösung zu finden, um die Bespielbarkeit des Platzes schnellstmöglich wieder herzustellen. Dabei finden nach wie vor Gespräche und Kontakte sowohl mit Vertretern von Sosir aber auch mit Rasmus Jensen statt. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist leider nicht abzusehen, zu welchem Ergebnis die gegenwärtigen Verhandlungen und Bemühungen führen.

 

Der Platz befindet sich zur Zeit in keinem guten Zustand. Nach wie vor ist jedoch die nunmehr allein von Sosir betriebene Driving Range geöffnet und es kann auf der 9-Loch-Anlage gespielt werden. Wir wissen selbstverständlich, dass der gegenwärtige Zustand unbefriedigend ist, zumal in der letzten Woche auch noch der Traktor ausgefallen war und er nach der von uns veranlassten Reparatur erst Anfang dieser Woche wieder zum Mähen des Semiroughs einsatzbereit war. Wir werden Euch auf dem Laufenden halten und über den Ausgang der weiteren Gespräche und Verhandlungen selbstverständlich in Kenntnis setzen.

 

Wir bitten um Euer Verständnis und noch um etwas Geduld. Sobald sich Neues und Konkretes ergibt, werden wir darüber berichten und Euch mitteilen, wie es weitergeht.

 

Mit freundlichen Grüßen  
Vorstand